„Man könnte auch 3 Kreuze machen.“ so der Staatskundler Alfonso Dreyfuß in seinem Vortrag an der Universität Zirberg. Er bezieht sich dabei auf ein Standbein der Demokratie, der Wahl. „Stellen Sie sich vor, Sie gehen Einkaufen, und im Geschäft dürfen Sie nur 1 Produkt kaufen. Sie haben eine große Auswahl aber dürfen sich nur für 1 entscheiden. Das ist irgendwie unbefriedigend, oder? Sie wollen etwa Palatschinken kochen, und dürfen nur 1ne Zutat für Palatschinken kaufen. Sie wählen Mehl, und müssen hoffen, das ihr Mann Eier kauft, ihr Kind Milch, und ihre Nachbarin Marmelade. Es wäre ein Wunder wenn Sie Zuhause wirklich Palatschinken auf den Tisch bekommen. Wahrscheinlich wird es ein fauler Kompromiss, denn mehr lässt das Wahlsystem nicht zu. Vielleicht backen Sie hefefreies Brot mit ihrem Mehl. Sie wissen schon, das geht schief; aber es ist besser als nur Milch zu kaufen“ so Dreyfuß.
Sein Wahlsystem:
„x Wenn Sie von der Partei überzeugt sind: 3 Kreuze bei der selben Partei.
x Lieblingspartei mit Ergänzung: 2 Kreuze für die Lieblingspartei, 1 für die zusätzliche.
x Hasspartei soll weniger Stimmen bekommen als andere: ihre Kreuzerl auf 3 bessere Parteien aufteilen.“
Stimmen dagegen:
„Mein Opa wird sich nicht auskennen. Der glaubt heute schon dass er mit seinem Kreuzerl den ungeeignetsten wegstreicht. Oder er markiert mit einem Fadenkreuz, das weiß man bei ihm nicht so genau.“
„Ein Wahnsinn! Was das wieder kostet. Stellen Sie sich nur das Papier vor das wir für 3 Wahlspalten brauchen würden.“
„Ich mag es so wie es ist. Ich wähle seit 50 Jahren die [spricht undeutlich] und so soll es auch bleiben.“
„Wir Politiker müssten rhetorisch umschulen, die Rhetoriktrainer, ja auch die Werbeagenturen müssten neue Kommunikationsstrategien ausarbeiten. Und wofür der ganze Aufwand? Es macht doch e keinen Unterschied wen die wählen. Wir bekommen alle ähnliche Vorgaben von oben.“